Seit genau 20 Jahren erleben wir einen neuen Wandel in der Bestattungskultur.

Dieser Wandel verändert unser aller Verhalten bezüglich der Bestattungsform und der Bestattungsrituale.

Vom  "Familiengrab mit Bild"   zur Urnenwand aus Beton oder einem pflegeleichten, anonymen Aschensteufeld.                                                Dieses Bild zeigt deutlich den Wandel in unserer Bestattungskultur.

Dieser neue Wandel beschleunigt sich, auch europaweit, von Jahr zu Jahr.

Die Lebenskulturen spiegelten sich  immer in  den Bestattungs-kulturen wider.

Es  gab  in  den  letzten viertausend Jahren immer einen  Wandel  in  der Bestattungsform: Erd- oder Feuerbestattung. Dieser Wandel vollzog sich aber nicht in 10 bis 20  Jahren,  sondern brauchte oft 70 bis 200  Jahre.  Wobei  es  nach Kriegen fast keine  Feuerbestattungen mehr gab. Man brauchte Gräber, Orte zur Besinnung und der Begegnung.

Derzeit beobachtet man eine starke Zunahme der Feuerbestattung. Wobei eine große "Friedhofsflucht" der Urnenbestattungen stattfindet. Kirchen werden verkauft und zu Kolumbarien umgewidmet, ganze Waldgebiete werden zu Urnenfeldern  oder die Asche wird dem Meer, dem Fluß, dem Berg oder der Streuwiese anvertraut. Auch wird die Asche unserer Lieben in den Weltraum gebracht, über große Weltstädten per Hubschrauber ausgestreut oder zu einem leuchtenden Diamanten verwandelt.

Wie gehen wir bereits heute und morgen mit unseren Toten um? Was sind uns unsere Toten und deren Gräber noch "wert"?

Laugenbestattung:

Wenn es heute nach Meinung der Schotten und der Belgier ginge, würde die Laugenbestattung, auch Hydrolyse genannt, bald dazu kommen. Der Körper wird in einer Kali-Lauge bei ca. 160°C aufgelöst. Köperreste können, wie Asche auch, bestattet werden.

Aquamation:

Ginge es nach dem Willen der Australier, würden unsere toten Leiber in fast kochendem Wasser  mit Kaliumcarbonat bei 93°C aufgelöst, Aquamation genannt. Köperreste können, wie Asche auch, sodann bestattet werden.

Promession:

Und nach dem Patent der schwedischen Biologin Susanne Wiigh-Mäsak sollen unsere Körper alsbald umweltverträglich von organischen zu anorganischen Substanzen (Kryotechnik) umgewandelt werden. Dabei wird unser Körper zunächst auf -18°C und dann in  einem Promator  in flüssigem Stickstoff auf -196°C herabgekühlt. Der Körperzerfall ist dabei garantiert und nach einer Gefriertrocknung zum Flüssigkeitsentzug soll das so entstandene "Menschen-Granulat"  bestattet werden können. Bei dieser Bestattungsmethode, Promession genannt,  soll eine Humusbildung in 6-12 Monaten Bestattungszeit garantiert sein.

Kryonik:

Hier wird der Körper schock und tiefgefroren und verweilt kopfüber hängend in flüssigem Stickstoff in Edelstahltanks bis der Mensch dereinst wieder aufgetaut und zum Leben erweckt werden kann.

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Hier mag sich jeder Leser seine eigene Meinung zu diesen "Neuerungen" oder Menschheitsträume? bilden.

Dennoch: die spürbare Abwesenheit von Würde und Achtung für unsere Toten bei all diesen unnatürlichen Bestattungsformen ist für mich, auch als gläubig erzogener  Christ, mehr als erschreckend.

In der BRD hat in den letzten 10 Jahren die Feuerbestattung von ca. 10% auf mehr als 70% zugenommen. Regional stieg die Zunahme sogar über 85%. Dieser Wandel hat m. E. auch viel mit der Streichung des Sterbegeldes zu tun. Diese Streichung war letztlich Folge der Gesundheitsreform bzw. war eine Sparmaßnahme auch durch die Wiedervereinigung.

Wenn Sie weitere Gründe kennen, schreiben Sie uns eine email an mail@Bechter.de - Vielen Dank dafür.


Nachgedacht